Wurzel- und Kohlgemüse sind das Rückgrat des osteuropäischen Gartens: Sie füllen im Sommer den Teller und im Winter den Keller. Von den blitzschnellen Radieschen, die schon nach 18 Tagen erntereif sind, bis zum Weißkohl, der als Sauerkraut den ganzen Winter überdauert – diese acht Sorten sind Grundnahrungsmittel im besten Sinne. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche zu dir passt, wann du säst und wie du sie bis ins Frühjahr lagerst.
Welche Sorte passt zu mir? Die Schnell-Antwort
- Für Ungeduldige: Radieschen 18 Tage – erntereif in unter 3 Wochen
- Für Anfänger: Radieschen Lada oder Karotte Nantes 5 – unkompliziert
- Für den Wintervorrat: Karotte Korala, Rote Bete Bona, Weißkohl Brunswick
- Für Borschtsch: Rote Bete Bona & Cylindra, Karotte, Weißkohl
- Für Sauerkraut: Weißkohl Brunswick – hoher Zuckergehalt
- Für Kimchi & Wok: Chinakohl Emiko H
- Für Saft & Rohkost: Karotte Korala – besonders süß
- Fast alle sind samenfest – nur Chinakohl Emiko H ist eine Hybride
Möhren: süß, knackig, lagerfähig
1. Karotte Nantes 5 – der zarte Klassiker

Der Möhrentyp, an dem sich seit über 150 Jahren alle messen: zylindrische, glatte Wurzeln mit stumpfer Spitze und durchgefärbtem, fast kernlosem Inneren. Nantes 5 ist zart und süß, jung als Bundmöhre ein Genuss und ausgereift eine solide Lagermöhre.
Für wen? Anfänger und alle, die den klassischen Möhrengeschmack lieben. Samenfest. Eckdaten: ca. 90–100 Tage · zart & süß · fast kernlos · Sommer- und Lagerernte → Zur Karotte Nantes 5
2. Karotte Korala – die süße Lagermöhre

Die Spätsorte für den Winter: Korala hat einen besonders hohen Zucker- und Carotingehalt – frisch gepresster Saft daraus ist auffallend süß und intensiv. Über den ganzen Winter lässt sie sich in Sandkisten oder Erdmiete ohne Aromaverlust lagern.
Für wen? Selbstversorger, Saftliebhaber, alle mit Lagerkeller. Samenfest. Eckdaten: späte Sorte · sehr süß · ideal für Saft & Winterlager · 18–22 cm → Zur Karotte Korala
Radieschen: die schnellste Ernte des Gartens
3. Radieschen 18 Tage – schneller geht nicht

Kein Gemüse ist schneller: Unter optimalen Bedingungen vergehen nur 18–20 Tage von der Aussaat bis zur Ernte. Die legendäre französische Sorte bildet knackige, zylindrische Knollen, rot mit weißer Spitze – mild und angenehm würzig. Ideal für ungeduldige Gärtner und Kinder.
Für wen? Einsteiger, Kinder, Balkongärtner, alle Ungeduldigen. Samenfest. Eckdaten: erntereif in 18–20 Tagen · rot-weiß · mild · Beet, Kasten, Hochbeet → Zum Radieschen 18 Tage
4. Radieschen Lada – mild und lange zart

Erntereif in 33–37 Tagen und mit einem entscheidenden Vorteil: Lada bleibt lange zart und wird nicht so schnell pelzig – du kannst dir mit der Ernte also ein bis zwei Wochen Zeit lassen. Angenehm mild, auch bei Kindern beliebt, und im Gewächshaus eine der ersten Ernten des Jahres.
Für wen? Alle, die nicht jeden Tag nach dem Beet schauen können. Samenfest. Eckdaten: 33–37 Tage · bleibt lange zart · mild · Gewächshaus & Freiland → Zum Radieschen Lada
Rote Bete: das Herz des Borschtsch
5. Rote Bete Bona – rund, süß, ringfrei

Das Fleisch ist durchgehend dunkelrot, völlig frei von hellen Ringen – und behält beim Kochen seine intensive Farbe. Bona stammt aus einer Premium-Charge mit 99 % Reinheit und geprüfter Keimfähigkeit. Perfekt zum Rösten, für Borschtsch, zum Einlegen und für den Winterkeller.
Für wen? Borschtsch-Köche, Einmach-Fans, Qualitätsbewusste. Samenfest. Eckdaten: rund · ringfrei · farbstabil · hervorragend lagerfähig → Zur Rote Bete Bona
6. Rote Bete Cylindra – die walzenförmige Praktische

Ihre zylindrische Form (15–20 cm) liefert perfekt gleichmäßige Scheiben mit weniger Verschnitt – und mehr Ertrag pro Beetfläche als runde Sorten. Ein Teil der Knolle wächst über der Erde, das macht die Ernte einfacher (ziehen statt graben). Auch die jungen Blätter sind essbar.
Für wen? Alle, die viel einkochen und gleichmäßige Scheiben wollen. Samenfest. Eckdaten: walzenförmig · gleichmäßige Scheiben · hoher Flächenertrag · lagerfähig → Zur Rote Bete Cylindra
Kohl: von Sauerkraut bis Kimchi
7. Weißkohl Brunswick – der Sauerkraut-Klassiker

Die Braunschweiger Traditionssorte mit großen, festen Köpfen (2,5–3,5 kg) ist der klassische Sauerkraut-Kohl schlechthin. Ihr überdurchschnittlich hoher Zuckergehalt liefert der Milchsäuregärung genau das, was sie braucht. Ebenso wunderbar im Borschtsch oder als milde Kohlroulade.
Für wen? Sauerkraut-Fans, Borschtsch-Köche, Selbstversorger. Samenfest. Eckdaten: 2,5–3,5 kg · hoher Zuckergehalt · ideal für Sauerkraut · 120–130 Tage → Zum Weißkohl Brunswick
8. Chinakohl Emiko H – der schnelle Multitalent

Nach nur ca. 65 Tagen erntereif und resistent gegen Kohlhernie und Fäulnis – Emiko H gelingt sogar dort, wo der Bodenpilz schon zugeschlagen hat. Knackig im Salat, klassisch für Kimchi, kurzgebraten im Wok oder als milde Kohlroulade. Die Herbsternte hält sich kühl gelagert monatelang.
Für wen? Kimchi-Fans, Wok-Köche, alle mit Kohlhernie im Boden. Eckdaten: F1-Hybride · nur ~65 Tage · kohlhernieresistent · Frühjahr bis Herbst → Zum Chinakohl Emiko H
Wurzel- & Kohlgemüse anbauen: das Grundwissen
Wann sät man was?
Radieschen ab März bis September, gestaffelt alle 2 Wochen für laufenden Nachschub. Möhren und Rote Bete ab April direkt ins Beet; für die Lagerernte Rote Bete bis Juni. Weißkohl ab März vorziehen und bis Ende Mai auspflanzen. Chinakohl von April bis Anfang August – als Herbstkultur besonders zuverlässig, da er bei Langtag zum Schossen neigt.
Welchen Boden brauchen Möhren und Rote Bete?
Tiefgründig gelockert, steinfrei und ohne frischen Mist – nur so wachsen Möhren gerade statt beinig. Ein wichtiger Hinweis zur Roten Bete: Ihre Samen sind Knäuel mit mehreren Keimlingen, deshalb müssen die Sämlinge vereinzelt werden, sonst behindern sie sich gegenseitig.
Warum werden Radieschen pelzig und scharf?
Die häufigste Ursache ist Trockenheit und Hitze. Gleichmäßiges Gießen und zügiges Ernten halten die Knollen mild und knackig. Die Sorte Lada bleibt von Natur aus länger zart – ideal, wenn nicht täglich geerntet werden kann.
Wie lagert man Wurzelgemüse über den Winter?
Möhren und Rote Bete klassisch in Sandkisten im kühlen Keller (0–4 °C) oder in der Erdmiete – so halten sie bis ins Frühjahr ohne Aromaverlust. Weißkohl kühl und luftig lagern oder direkt zu Sauerkraut verarbeiten. Wichtig: nur unbeschädigte, gesunde Exemplare einlagern.
Samenfest oder Hybride?
Sieben der acht Sorten sind samenfest – nur der Chinakohl Emiko H ist eine F1-Hybride (dafür mit Kohlhernie-Resistenz). Bei Möhren, Rote Bete und Kohl ist die eigene Saatgutgewinnung allerdings anspruchsvoll, da sie zweijährig sind und erst im zweiten Jahr blühen. Bei Radieschen gelingt sie leicht.
💡 Beet-Fahrplan fürs Wurzel- & Kohljahr: März – Weißkohl vorziehen, erste Radieschen & Möhren säen · April–Juni – Rote Bete säen, Radieschen gestaffelt nachsäen · Mai – Kohl auspflanzen · August – Chinakohl für den Herbst säen · Oktober – ernten, einlagern, Sauerkraut & Borschtsch.
Unser Fazit: Vom Beet bis in den Winterkeller
Wurzel- und Kohlgemüse sind die verlässlichsten Selbstversorger überhaupt: schnell (Radieschen), vielseitig (Möhren) und monatelang lagerfähig (Rote Bete, Kohl). Unser Tipp: Kombiniere eine schnelle Kultur (Radieschen) mit einer Lagerkultur (Möhre, Rote Bete, Kohl) – so erntest du vom Frühjahr bis tief in den Winter.
🥕 Alle Sorten im Überblick: Karotte Nantes 5 · Karotte Korala · Radieschen 18 Tage · Radieschen Lada · Rote Bete Bona · Rote Bete Cylindra · Weißkohl Brunswick · Chinakohl Emiko H
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Und wenn dein Keller sich mit eigener Ernte füllt: Schick uns ein Foto an info@nasch-datscha.de!







